04.03.2007
Chile

Über den Paso Aqua Negra nach Chile
Von Belgrano nach San Pedro de Atacama

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map Im Süden des Kontinents ist der Wechsel zwischen Argentinien und Chile an vielen Grenzübergängen leicht zu bewältigen. Im Norden, wo die Berge immer höher werden, gibt es nur noch wenige Pässe von Argentinien nach Chile, um die Anden zu überqueren. Die Berge in diesen Regionen sind über 6000 m hoch und die Pässe immer noch deutlich über 4000 m. Ich (Hilmar) hatte großen Respekt vor diesen Höhen, hatte wir doch von anderen Reisenden über deren Probleme mit der Höhenkrankheit gehört.

Für unsere endgültige Ausreise aus Argentinien haben wir uns für den "Paso del Agua Negra" entschieden, was trotz der 4780 Höhenmeter, die wir absolvieren mussten, eine gute Wahl war. Diese Strecke ist landschaftlich wirklich sehr schön, man kommt vorbei an Büßerschneefeldern (durch Winderosion aus Gletscherfeldern entstandene, scharfkantig spitze Schneeflächen), an Berghängen, die in allen möglichen Farben schimmern und türkisfarbenen Seen. Unsere Bilder zeigen ein wenig davon.

Die letzte Nacht vor der Passüberquerung schliefen auf ca. 2000 m und starteten (für unsere Verhältnisse) früh um 8:00 Uhr. Wir wollten vermeiden in den großen Höhen übernachten zu müssen, was manchen Reisenden Schwierigkeiten brachte. Wir wollten so schnell wie möglich wieder unter 3000 m kommen. Schon bei minimaler Bewegung in den Höhen über 4000 m, z.B. wenn wir nur kurz ausstiegen, um ein Foto zu machen, waren wir schnell außer Puste und es wurde uns schwindelig.

Ein letztes Mal nach Chile eingereist, präsentiert sich vor uns diesmal nicht saftiges Grün, wie in Chiles Süden. Je weiter wir über Serena, Copiapo, Pan de Azucar nach Antofagasta und weiter Richtung San Pedro de Atacama kommen, breitet sich die Wüste vor uns aus. Zunächst sind noch kleine Büsche am Boden vorhanden, die nach einiger Zeit von kleinen Kakteen abgelöst werden, bis die Vegetation schließlich ganz aufhört. Unsere Stellplätze in der Nacht sind nun einsam, still und überzogen mit einem umwerfenden Sternenhimmel.

Unser weiterer Weg Richtung Norden führt uns vorbei an wunderschönen (dank Schulbeginn menschenleeren) weißen Sandstränden am Pazifik, bis in die alles andere als schöne Stadt Antofagasta, wo wir dennoch einen Tag verbringen müssen, da die Antriebwelle der Hinterachse des Unimogs einen neuen Dichtring benötigt (glücklicherweise hatten wir den in unserem Ersatzteilsortiment).

Von Antofagasta aus geht es über den "Salar de Atacama" (ein ausgetrockneter Salzsee in der Atacama-Wüste) in das 2000-Einwohner-Dorf San Pedro de Atacama, wo wir Anne und Alex (unsere Schweizer Mitpassagiere von der Atlantiküberfahrt) und auch Renate und Michi, mit denen wir schon in Ushuaia und Mendoza einige Tage verbracht haben, wiedertreffen.

San Pedro de Atacama ist der Ausgangspunkt für viele Touren in Nordchile und auch nach Bolivien, so dass es durchaus touristisch zugeht, was hier aber den Vorteil hat, dass das kleine Dorf richtig attraktiv ist. So gibt es Internetcafes und Bankautomaten - sehr bequem und praktisch. Die Straßen sind aus rotem Sand, die Häuser und Mauern zum Teil aus Lehm, es gibt eine kleine weiß getünchte Kirche auf dem zentralen Platz, deren Decke aus Kaktusholz gefertigt wurde. Das ganze erinnert mich (Hilmar) an ein afrikanisches Dorf oder eine Oase. Der einzige Nachteil hier sind die sehr hohen Preise - eben Chile.

Von San Pedro de Atacama aus kann man viel unternehmen: es gibt das "Valle de la Luna", man kann zu Geysiren fahren oder Sandboarden. Aber wir waren einfach nur froh, mal wieder ganz entspannte Tage verbringen zu können, ohne fahren zu müssen. Einfach nur im Campingstuhl sitzen, ab und zu mal ein Baggammon spielen, sich unterhalten, die Wärme genießen. Und die Höhe von 2500 m trägt ja auch zur Aklimatisierung für die kommenden Strecken bei, wo es wieder bis über 4000 m gehen soll. Sicherheitshalber besorgen wir uns drei kleine Sauerstoff-Kartuschen, denn auf den kommenden Routen werden wir länger in größeren Höhen bleiben müssen.

Gemeinsam mit Anne und Alex gehts am 12. März weiter über Calama und dann auf recht passablen Sandstraßen zur chilenisch-bolivianischen Grenze über den Pass bei Ollague (3740 m).

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Fazit Chile: irgendwie schwer zu beschreiben, was sicherlich auch an der ungewöhnlichen geographischen Form liegt; im Süden wunderschöner Urwald und eine sehr schöne Bergwelt; schreckliche Ripio/Wellblechpisten, dann aber auch die Autobahn; riesige Einkaufszentren in Santiago; im Norden die Atacama Wüste; auch in Chile haben Viele deutsche Vorfahren; im Süden sind die Leute ein bisschen unfreundlich; viele Chilenen, die wir trafen sprechen ausgezeichnet Englisch; es gibt mehr landestypisches Essen (Cazuela, Humitas, Pastel de Choclo uvm.); aber auch hier kommt der Pfeffer erst auf Nachfrage auf den Tisch; die chilenischen Empanadas sind nicht so lecker wie die argentinischen, weil vieeeel zu dicker Teigrand; MOTE!!! (eine Art Pfirsichsaft mit eingeweichten Dörrpfirsichen und gequollenen Weizenkeimen); auch hier viele köstliche exotische Fruchtsäfte; alles viel teurer in Chile; die besten Mercedes Werkstätten; und fast alles sehr gut organisiert.