4.02.2007
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Ein Sprung nach Norden über die chilenische Autobahn
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Zunächst einmal kommt es einem auf der chilenischen Autobahn so vor, als sei man zu Hause: es gibt tatsächlich ganze vier Spuren, jeweils zwei nach Norden und zwei nach Süden. Getrennt werden sie von einem Mittelstreifen und die Beschilderung ist ganz ähnlich wie bei uns auch in den vertrauten blauen Farben. Fast ist man etwas enttäuscht oder vielleicht auch überrascht von so viel Infrastruktur. Aber dann merkt man doch schnell, was anders ist: Hühner und Hunde überqueren die Straße, Fahrradfahrer und Fußgänger befinden sich am Straßenrand und alle paar Meter werden chilenische Spezialitäten wie Empanadas, Mote (Pfirsichsaft mit Getreidekörnern drin), viel Obst und Gemüse, aber auch Besen oder Keramikwaren angeboten. Wir legten in diesen Tagen schnell viele Kilometer zurück, bezahlten eine Menge Autobahngebühr (Chile ist sowieso verhältnismäßig teuer - etwa europäisches Niveau) und kamen nach drei Tagen etwas entnervt von der Fahrerei in Santiago an. Glücklicherweise fanden wir einen idealen Standplatz auf einer recht noblen Sportanlage, ziemlich zentral in der Stadt. Da die Freundin, die ich in Cordoba besuchen wollte, zufälligerweise auch gerade in Santiago war (gut, dass es Internet gibt!), verbrachte ich die nächsten Tage gemeinsam mit ihr und zwei weiteren Deutschen und wohnte bei ihnen in einer Wohnung mitten in der Stadt. Die Tage und Nächte füllten wir mit Spaziergängen durch die Stadt, Cafe- und Restaurantbesuchen und dergleichen mehr. Ich (Hilmar) hatte mich (auch dank Internet) von einem deutsch sprechenden Chilenen einladen lassen und erfuhr so ein wenig von dem Alltagsleben und -Sorgen eines Großstadtmenschen in Santiago. Die Stadt besitzt mehrere Zentren, die jeweils mit riesigen Einkaufspassagen ausgestattet sind. Wer Spaß am Konsum und Einkaufen hat, ist hier gut aufgehoben. Ehrlicherweise muss ich zugestehen, dass diese Konsumtempel nicht nur viel größer sind als das, was wir in Deutschland kennen, sie sind auch architektonisch viel einfallsreicher angelegt, in einer Mischung aus überdachten Bereichen und Teilen unter freiem Himmel. Von Santiago aus ging es durch Weinanbaugebiete nach Westen an die Pazifik-Küste Richtung Valparaiso. Wir wollten uns die Stadt anschauen und evtl. einen Badetag am Pazifik einlegen. Vom Hafen weg ziehen sich die Häuser steil die Berghänge empor, das Laufen ist daher etwas mühsam, kann aber durch die Benutzung vieler Aufzüge und steiler "Straßenbahnen" zum Erlebnis werden.Das Parken mit dem Unimog ist in Städten immer ein Problem, hier in den steilen, engen Hangstraßen praktisch unmöglich. Also machten wir aus der Not eine Tugend und parkten auf dem einzigen(?) größeren, sehr schön gepflasterten Platz im Zentrum, direkt vor einer Art Regierungsgebäude. Auf unsere Frage, ob wir hier parken dürften, lautete die Antwort: "nein", aber wir sollten ruhig stehen bleiben. Da um uns herum noch einige weitere Autos standen, hatten wir keine Bedenken und zogen los. Als wir am Nachmittag zurückkamen, stand unser Unimog fast allein auf dem Platz und hinter dem Scheibenwischer klemmte ein Stück Papier. - Keine Einladung aufs Polizeirevier, sondern eine Nachricht von Renate und Michi, die wir an den Weihnachtstagen in Ushuaia kennen gelernt hatten. Also trafen wir uns und tauschten gegenseitig unsere Erlebnisse aus. Vor dem Dunkelwerden fuhren wir aus der Stadt raus, Richtung Norden in das angrenzende Vina del Mar. Wir wollten ja noch einen Badetag einlegen. Damit wurde es dann leider nichts, weil die Strände dermaßen voll waren, dass uns die Lust verging und auch die Stellplatzsuche für den Unimog kompliziert geworden wäre. So war der Abstecher an die Pazifikküste eher kurz und wir brachen schon nach zwei Tagen wieder Richtung Argentinien auf. |